Aktuelle Umfrage zeigt: Erschöpfung bei Frauen soll möglichst unsichtbar bleiben
Foto: “71 Prozent versuchen häufig, sich ihre Müdigkeit äußerlich nicht anmerken zu lassen“ / Fotocredit: © Danik Prihodko / Quelle: © Promedico
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2 von 3 Frauen wollen sich Müdigkeit nicht anmerken lassen
Erschöpft, aber bitte trotzdem gepflegt, präsent und belastbar: Eine aktuelle Umfrage von Pure Encapsulations® unter 1.000 Frauen in Österreich zeigt, wie stark der gesellschaftliche Druck ist, sich auch dann nach außen funktionierend zu zeigen, wenn die eigenen Ressourcen längst erschöpft sind.
9 von 10 Frauen haben das Gefühl, dass von ihnen häufig erwartet wird, auch dann noch gepflegt, präsent und belastbar zu wirken, wenn sie erschöpft sind (90,6 Prozent). Etwa zwei von drei Frauen versuchen häufig, sich ihre Müdigkeit äußerlich nicht anmerken zu lassen (71 Prozent). Dabei nehmen knapp 96 Prozent der Frauen wahr, dass das Aussehen bei ihnen stärker bewertet wird als bei Männern. Zum Tag der psychischen Gesundheit am 10. Oktober präsentiert Pure Encapsulations® gemeinsam mit dem unabhängigen Forschungsinstitut TQS neue Zahlen, um sichtbar zu machen, wie eng psychische Gesundheit und gesellschaftliche Erwartungen an Frauen miteinander verbunden sind.
Zum Tag der psychischen Gesundheit am 10. Oktober zeigen aktuelle, repräsentative Zahlen von Pure Encapsulations® und dem unabhängigen Forschungsinstitut TQS Research & Consulting unter 1.000 Frauen in Österreich, wie stark der gesellschaftliche Druck ist, auch bei innerer Erschöpfung nach außen belastbar zu wirken1. 9 von 10 Frauen haben das Gefühl, dass von ihnen häufig erwartet wird, auch dann noch präsent und erholt zu wirken, wenn sie erschöpft sind (90,6 Prozent). Die eigene Erschöpfung soll dabei offenbar möglichst wenig sichtbar werden: Etwa zwei von drei Frauen versuchen häufig, sich ihre Müdigkeit äußerlich nicht anmerken zu lassen (71 Prozent). Hinzu kommt, dass knapp 96 Prozent der Befragten wahrnehmen, dass das Aussehen bei Frauen stärker bewertet wird als bei Männern. Damit entsteht ein widersprüchlicher Anspruch: Frauen sollen unabhängig davon, wie es ihnen tatsächlich geht, weiterhin emotional verfügbar und gepflegt erscheinen. Das äußere Erscheinungsbild erhält dadurch eine hohe Priorität, während innere Erschöpfung und psychische Belastung möglichst unsichtbar bleiben sollen. Eine weitere Studie von Pure Encapsulations® aus dem Vorjahr unterstreicht ebenfalls den Schönheitsdruck auf Frauen im Alltag: mehr als die Hälfte fühlt sich aufgrund unrealistischer Schönheitsideale unwohl im eigenen Körper (51 Prozent)2. „Wenn Frauen selbst dann funktionieren und nach außen präsent sein sollen, wenn ihre inneren Kräfte eigentlich erschöpft sind, wird Erschöpfung unsichtbar gemacht. Psychische Gesundheit bedeutet aber auch, Belastungsgrenzen wahrnehmen und ernst nehmen zu können – statt sie hinter einem perfekten äußeren Erscheinungsbild zu verbergen. Frauen brauchen nicht den zusätzlichen Druck, sich ständig perfektionieren zu müssen. Statt anhaltende Erschöpfung vorschnell zu normalisieren, braucht es einen umfassenderen Blick“, betont Tina Werner, Wissenschaftliche Leiterin der Initiativen zur Frauengesundheit bei Pure Encapsulations®.
Care-Arbeit verstärkt innere Erschöpfung
Wie eng Erschöpfung mit den realen Bedingungen des Alltags zusammenhängt, zeigt der Blick auf die Care-Arbeit. Bei der nächtlichen Care-Verantwortung liegt die Hauptlast laut Studie meist bei den Frauen selbst: 68 Prozent verorten sie überwiegend bei sich, nur 15 Prozent teilen sie sich etwa gleich auf, und lediglich 1 Prozent überwiegend beim Partner. Bei Frauen mit Kindern unter 14 Jahren im Haushalt funktioniert eine besonders große Mehrheit von 83 Prozent trotz Müdigkeit oder Erschöpfung einfach weiter. Gerade in der Lebensmitte (zwischen 30 und 44 Jahren) verdichten sich Alltagsdruck und gesellschaftliche Erwartungen besonders stark. Damit zeigt das Unternehmen, dass Frauengesundheit viele Facetten hat, von gesellschaftlichen Bildern bis zu psychischer Belastung, und dass beides sichtbar gemacht und in den öffentlichen Diskurs getragen werden muss.
Erschöpfung wird medizinisch nicht ernst genommen
Die Studie zeigt auch, dass Frauen mit ihren Beschwerden im medizinischen Kontext häufig nicht ausreichend Gehör finden. Unter jenen, die ihre anhaltende Müdigkeit bereits ärztlich abklären ließen, sagt mehr als die Hälfte (54 Prozent), dass ihre Beschwerden nicht ernst genommen wurden. 52 Prozent berichten, dass ihre Erschöpfung vorschnell als psychisch bedingt erklärt wurde, 72 Prozent sagen, ihnen sei vermittelt worden, Müdigkeit oder Erschöpfung seien in ihrer Lebensphase „normal“ und 41 Prozent geben an, dass ihre Symptome primär hormonell erklärt wurden. Darüber hinaus zeigt sich ein wiederkehrendes Muster: 39 Prozent der Frauen haben den Eindruck, dass ihr Zyklus als vereinfachende Erklärung herangezogen wurde, ohne andere mögliche Ursachen ausreichend zu prüfen. Körperliche Faktoren geraten dabei häufig erst spät in den Blick. So wurde bei 16 Prozent der Frauen im Zusammenhang mit Müdigkeit, Erschöpfung oder Schlafproblemen bereits ein Mikronährstoffmangel festgestellt. Die Zahlen zeigen, dass Erschöpfung oft bagatellisiert, nicht als medizinisches Signal wahrgenommen und von vielen Frauen als etwas erlebt wird, das sie auszuhalten haben.
Für die Studie zum Tag der psychischen Gesundheit wurden im April 2026 insgesamt 1.000 Frauen in Österreich befragt. Die Umfrage wurde von Pure Encapsulations® gemeinsam mit TQS Research & Consulting durchgeführt und ist repräsentativ für Frauen im Alter von 18 bis 75 Jahren in Österreich, quotiert nach Bundesland.