„Landtmann bei Nacht“: Das Kaffeehaus findet am Abend eine neue Rolle zwischen Restaurant und Bar
Foto: “Landtmann bei Nacht mit Live-Musik & Berndt Querfeld, Irmgard Querfeld, Karoline Klezl, Anita Querfeld, Ferdinand Querfeld“
Fotocredit: © Wirlphoto / Quelle: © Café Landtmann
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Zum Tag des Kaffees am 1. Oktober: Die Zukunft der Wiener Kaffeehauskultur
Tradition ja, Stillstand nein: 93 Prozent der Österreicher:innen sind überzeugt, dass ein Wiener Kaffeehaus seine Tradition bewahren und sich gleichzeitig weiterentwickeln kann. Zwei von drei Befragten sehen ohne Weiterentwicklung die Bedeutung für jüngere Generationen gefährdet. Und 77 Prozent finden, dass sich ein Wiener Kaffeehaus am Abend anders präsentieren darf als tagsüber. Das zeigt eine aktuelle österreichweit repräsentative Umfrage von TQS Research & Consulting. Mit „Landtmann bei Nacht“ greift das Café Landtmann diese Entwicklung auf: mit einer künstlerischen Inszenierung des historischen Plafonds, eigens von Hand gezeichneten und anschließend animierten Motiven, Musik und einer eigenen Abendatmosphäre.
Das Café Landtmann nimmt den Tag des Kaffees am 1. Oktober, der auch zugleich sein 153. Geburtstag ist, zum Anlass, um die Zukunft der Wiener Kaffeehauskultur in den Blick zu nehmen. Die Familie Querfeld zeigt mit „Landtmann bei Nacht“, wie sich eine Wiener Institution weiterentwickeln kann, ohne ihren Charakter zu verlieren, und welche Rolle das Kaffeehaus künftig auch am Abend zwischen Restaurant und Bar spielen kann.
Zwischen Geschichte und neuen Anlässen
Dass das Wiener Kaffeehaus weit mehr als nostalgische Erinnerung ist, zeigt die Studie deutlich: Für die große Mehrheit ist es bis heute lebendiger Teil der Wiener Geschichte und ein Ort, der Generationen zusammenbringt. Gleichzeitig zeigt sich eine deutliche Offenheit für neue Besuchsanlässe und Tageszeiten.
Gerade in Wien ist die Verbindung von Tradition und Veränderung besonders ausgeprägt: 97 Prozent der Wiener:innen sagen, dass ein Kaffeehaus seine Tradition bewahren und sich gleichzeitig weiterentwickeln kann.
„Als wir das Café Landtmann 1976 übernommen haben, war uns wichtig, seine Geschichte zu bewahren und das Haus gleichzeitig behutsam weiterzuentwickeln. Das hat sich bis heute nicht verändert. Tradition lebt nicht davon, dass alles immer gleich bleibt, sondern davon, dass man sorgsam entscheidet, was bleiben muss und wo Neues Platz haben darf“, betont Anita Querfeld.
Der Blick auf die Generationen
Die Ergebnisse zeigen: Weiterentwicklung ist keine Frage des Alters. Unter den 16- bis 29-Jährigen sind 90 Prozent überzeugt, dass sich das Wiener Kaffeehaus weiterentwickeln kann, ohne seine Identität zu verlieren. 80 Prozent dieser Altersgruppe finden zudem, dass sich ein Kaffeehaus am Abend bewusst anders präsentieren darf als tagsüber.
Noch deutlicher fällt die Zustimmung bei den 50- bis 65-Jährigen aus: 97 Prozent sehen Tradition und zeitgemäße Weiterentwicklung als gut vereinbar. Gleichzeitig sagen 90 Prozent, dass Wiener Kaffeehäuser unterschiedliche Generationen zusammenbringen.
Damit zeigt sich: Die Offenheit für Weiterentwicklung reicht über alle Generationen hinweg und betrifft auch neue Tageszeiten und Formen des Kaffeehausbesuchs.
„Ein Wiener Kaffeehaus darf nicht zum Museum werden. Seine Stärke liegt gerade darin, dass es seinen Charakter bewahrt und zugleich mit neuen Gewohnheiten mitgeht. Ein Kaffeehaus war immer ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, verweilen und besondere Momente erleben. Mit ‚Landtmann bei Nacht‘ führen wir genau das weiter, was das Kaffeehaus immer ausgezeichnet hat, und inszenieren den Abend mit Musik, Licht und einer besonderen Atmosphäre neu“, sagt Berndt Querfeld.
„Junge Menschen sehen das Wiener Kaffeehaus weiterhin als lebendiges Stück Wiener Geschichte und stehen zugleich seiner Weiterentwicklung offen gegenüber. Für uns ist das ein Auftrag, diese Geschichte weiterzutragen und gleichzeitig neue Anlässe zu schaffen, bei denen sich auch kommende Generationen wiederfinden“, ergänzt Ferdinand Querfeld.
Österreich sucht den Ort zwischen Restaurant und Bar
Beim Blick auf die Abendgestaltung zeigt sich ein klares Bedürfnis nach einem Ort zwischen Restaurant und Bar. 93 Prozent der Österreicher:innen schätzen unkomplizierte Orte, an denen man länger zusammensitzen kann, ohne dass daraus gleich ein klassischer Restaurant- oder Barbesuch werden muss. Ebenso viele wünschen sich Orte, an denen man sowohl essen als auch nur auf einen Kaffee oder ein Getränk bleiben kann.
Gesucht ist damit ein Ort am Abend ohne festen Ablauf: essen können, aber nicht müssen, auf einen Drink bleiben oder länger sitzen.
Auch die Atmosphäre soll diesen Zwischenraum unterstützen: 91 Prozent schätzen Lokale, die am Abend eine besondere Stimmung schaffen, ohne dass das gemeinsame Gespräch in den Hintergrund rückt.
Nach dem Schlussapplaus ist noch lange nicht Schluss
79 Prozent der Österreicher:innen möchten nach einem Theater-, Kino- oder Konzertbesuch den Abend bei einem Getränk, Essen oder Gespräch ausklingen lassen. Im Café Landtmann wird diese Verbindung besonders greifbar: Nur rund 80 Schritte liegen zwischen dem Eingang des Burgtheaters und dem Kaffeehaus. Damit liegen Wiener Kultur und Kaffeehausabend buchstäblich nur wenige Schritte auseinander.
„Das Besondere am Kaffeehaus ist seine Offenheit. Anders als im Restaurant muss das Essen nicht im Mittelpunkt stehen, und anders als in der Bar geht es nicht nur um den Drink. Man kann auf einen Kaffee oder Aperitif kommen, etwas essen oder einfach länger sitzen und miteinander reden. Genau diese Freiheit wollen wir auch am Abend erhalten und mit Atmosphäre, Musik und einer eigenen Abendkarte neu erlebbar machen“, ergänzt Irmgard Querfeld.
Ein 153 Jahre altes Kaffeehaus wechselt in den Abend
Mit „Landtmann bei Nacht“ hat das Café Landtmann dem Abend seit 2026 eine eigene Handschrift gegeben. Ab 18 Uhr verändert sich das Haus innerhalb von rund einer Stunde behutsam: Im großen Saal wird umgedeckt, das Licht wechselt in eine warme, goldene Stimmung und die Projektionen am historischen Plafond beginnen. Vier 4K-UHD-Laserprojektoren bespielen dabei rund 120 Quadratmeter Plafond. Auch die fünf historischen Luster werden Teil der Inszenierung. Die von Hand gezeichneten und anschließend animierten Motive verändern sich saisonal und begleiten das Landtmann von Montag bis Samstag bis Mitternacht und am Sonntag bis 22:00 Uhr.
Die Inszenierung ergänzt eine eigene Abendkarte sowie Aperitifs, Cocktails und alkoholfreie Alternativen. Auf der aktuellen Abendkarte treffen klassische Wiener Kaffeehausgerichte auf neue Akzente wie Hummerkipferl oder getrüffelte Eiernockerl, Negroni und Espresso Martini stehen neben klassischen Kaffeegetränken und alkoholfreien Abenddrinks. Jeden Mittwoch ergänzt Live-Musik von Jazz und Soul bis zu französischen Chansons den Abend. Einmal im Monat steht der Abend beim Format „Ein bisserl Paris. Ganz Wien.“ ganz im Zeichen Frankreichs, mit französischer Musik und kulinarischen Akzenten.
Kaffee verschwindet nicht, er bekommt Gesellschaft
Auch im Getränkekonsum zeigt sich der fließende Übergang in den Abend. Ab 18 Uhr verschiebt sich die Nachfrage zunehmend von der klassischen Melange zu Aperitifs und Abendgetränken. Prosecco, Champagner, Wein und Bier gewinnen an Bedeutung, später am Abend auch der Espresso Martini. Ganz verabschiedet sich der Kaffee aber nicht: Melange und kleiner Mokka bleiben auch zu später Stunde Teil des Kaffeehausabends.
Gleichzeitig wächst auch die Nachfrage nach vollwertigen alkoholfreien Alternativen. Alkoholfreier Bellini, Spritzer oder Bitter-Aperitif gehören deshalb inzwischen ebenso zur Abendkarte.
Internationale Auszeichnung für „Landtmann bei Nacht“
Die Verbindung aus historischer Kaffeehauskultur und neuer Abendinszenierung wurde 2026 auch international ausgezeichnet: „Landtmann bei Nacht“ erhielt bei den Cannes Corporate Media & TV Awards den Silbernen Delphin. Entwickelt wurde die künstlerische Inszenierung unter der Leitung von Christof Cremer. Die multimediale Umsetzung und Animation der Projektionen entstand gemeinsam mit ZONE Media.
„Christof Cremer hat als Szenograf unsere Idee mit großer künstlerischer Sensibilität aufgegriffen und in eine starke visuelle Inszenierung übersetzt. Besonders beeindruckend ist, wie er die historische Architektur des Café Landtmann zum Teil der Erzählung macht. Gemeinsam mit dem Team von ZONE Media ist daraus ein Erlebnis entstanden, das die Geschichte des Hauses zeitgemäß weitererzählt“, sagt Karoline Klezl.
Für die Familie Querfeld ist die Auszeichnung Bestätigung und Auftrag zugleich: Die Zukunft des Kaffeehauses liege nicht darin, seine Geschichte hinter sich zu lassen, sondern sie für neue Generationen, Tageszeiten und Anlässe weiterzuerzählen.