Weiterbildungstrends 2027: Führung zwischen KI-Wertschöpfung und Mitarbeiter*innen-Orientierung
Foto: “Richard Melbinger, Geschäftsführer ARS Akademie“ / Fotocredit & Quelle: © ARS Akademie
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Präsenzschulungen und Peer Groups unterstützen Bildungserfolg
Künstliche Intelligenz verändert die Anforderungen an Beschäftigte und Führungskräfte, Unternehmen achten stärker auf konkrete Skills und kritisches Denken. Gleichzeitig bleiben Schulungen zu Führung und Persönlichkeit stark nachgefragt – und das, wie auch alle anderen Schulungen, am liebsten in Präsenz. Diese Weiterbildungstrends hat die ARS Akademie, Österreichs größter privater Fachseminaranbieter, für das kommende Jahr identifiziert.
Durch technologische Entwicklungen, allen voran der Künstlichen Intelligenz, sinkt die Halbwertszeit des Wissens, während die Bedeutung des lebenslangen Lernens steigt. „Das Wissen, das vor ein bis zwei Jahren aktuell war, ist in vielen Branchen mittlerweile überholt. Wer im Job up-to-date sein will, kommt nicht darum herum, sich kontinuierlich zu informieren und regelmäßig Fortbildungen zu besuchen. Das betrifft besonders technische Berufsgruppen sowie, aufgrund laufender Gesetzesveränderungen, auch Wirtschaft und Recht“, sagt Richard Melbinger, Geschäftsführer der ARS Akademie, dem größten privaten Fachseminaranbieter in Österreich, mit Sitz in Wien. „Wir müssen Weiterbildung als kontinuierlichen Prozess begreifen, der nicht nur den reinen Wissenserwerb umfasst, sondern auch die praktische Anwendung dieses Wissens.“
KI-Know-how im Joballtag anwenden
Das gilt besonders für das Thema Künstliche Intelligenz. „Es gibt nach wie vor eine hohe Nachfrage nach Weiterbildung zu KI“, berichtet Melbinger. „Aber der Fokus liegt nun auf dem Transfer in die jeweilige Jobrolle. Das heißt, es gibt bei uns nicht mehr nur reine KI-Grundlagenschulungen, sondern es wurde zu einem Querschnittsthema und kommt in Schulungen für sämtliche Berufe und Branchen vor.“ Teilnehmende lernen, wie sie Anwendungen sinnvoll in ihrem Arbeitsbereich einsetzen können und welche Daten dabei verwendet werden dürfen. KI tangiert dabei auch stark das Weiterbildungsfeld Führung.
Führung zwischen KI und Mitarbeiter*innen-Orientierung
Künftig ist Führung dabei vom Digitalen Humanismus geprägt. Von Führungskräften wird erwartet, dass sie einerseits durch Digitalisierung und KI Wertschöpfung generieren und andererseits Mitarbeitende motivierend und wertschätzend führen. „Das verlangt von den Führungskräften das Verständnis, was mit Digitalisierung und KI für das Unternehmen erreicht werden kann. Gleichzeitig gilt es, Mitarbeitende so zu führen, dass sie motiviert sind und ihre Ziele erreichen, sowie ihnen die Angst bei sich wandelnden Rahmenbedingungen zu nehmen. Besonderes im Zusammenhang mit der Einführung von Künstlicher Intelligenz heißt gute Führung, das Team erfolgreich durch den Change zu begleiten und ihnen die Angst vor Veränderung zu nehmen“, erklärt Melbinger die Entwicklung.
Anstellung nach Fähigkeiten, nicht nach Ausbildung
Eine Entwicklung in den Personalabteilungen verstärkt die Bedeutung des lebenslangen Lernens: Das „Skill-based Hiring“ beschreibt, dass nicht mehr primär die Grundausbildung entscheidet, ob jemand die Stelle angeboten bekommt, sondern die konkreten Fähigkeiten. Das „Up-Skilling“, der Erwerb neuer Kompetenzen, erfolgt über Microcredentials, darunter versteht man kürzere Lehrgänge, idealerweise mit Zertifikatsabschluss. Für Beschäftigte bedeutet das, dass sie sich benötigte Zusatzqualifikationen leicht und kompakt aneignen können; vor einem Wechsel oder auch erst nach der Einstellung, wenn der potenzielle neue Arbeitgeber damit einverstanden ist. „Dabei ist aufgrund der Vielzahl an Angeboten wichtig, bei der Auswahl des Weiterbildungspartners auf Qualitätsstandards wie zum Beispiel eine ÖCert-Zertifizierung zu achten“, so Melbinger. Er sieht bei Arbeitgebern außerdem eine verstärkte Nachfrage nach kritischem Denken: „Je leichter Informationen durch KI und Co. verfügbar sind, desto wichtiger wird die Fähigkeit, ihre Qualität und Relevanz einzuschätzen. Fachwissen ist eine Grundlage dafür.“
Voneinander vor Ort lernen
Kritisches Denken, aber auch Neues zu erdenken, gelingt am besten in der Gruppe. „Peer-Group-Learning“ ist ein weiterer Trend, den die ARS Akademie identifiziert hat. In Schulungen kommen Menschen mit unterschiedlichen beruflichen Hintergründen zusammen und durch die verschiedenen Blickwinkel entstehen neue Ideen und Innovation. Geschäftsführer Melbinger weiß: „Voneinander zu lernen bzw. komplexe Themen zu vermitteln, geht natürlich am besten in Präsenz. Vor Ort zu sein, erhöht auch die Verbindlichkeit bei den Lernenden selbst. Daher überrascht es uns nicht, dass unsere Präsenz-Veranstaltungen nach wie vor am beliebtesten sind.“ Aber: „Flexibilität ist trotzdem wichtig. Manchmal ist die Zeit für Weiterbildung leider knapp, daher haben auch Blended Learning- oder reine Online-Kurse ihre Berechtigung. Egal, welches Format man wählt: Entscheidend ist, mit dem neuen Wissen und den neuen Kompetenzen handlungsfähig zu bleiben.“